Im Spätfrühling fallen uns plötzlich überall Wanzen auf: an Hauswänden, an Stauden, im Gemüsegarten. Manche beeindrucken vor allem durch ihr Auftreten in grosser Anzahl oder ihre farbwechselnden Nymphen, und stören höchstens mal mit ihrem Duft (daher auch bekannt als Stinkkäfer).
Andere wiederum sitzen unauffällig an Tomaten, Bohnen oder Beeren und saugen – mit Folgen für unsere Ernte. Besonders die beiden eingeschleppten Arten Marmorierte Baumwanze und Grüne Reiswanze können im Hausgarten wie im Erwerbsanbau spürbare Schäden verursachen.
Gleichzeitig leben bei uns zahlreiche heimische Wanzenarten, die kaum Schaden anrichten oder sogar als Nützlinge wichtig sind. Es macht also einen grossen Unterschied, welche Wanze man vor sich hat – mit diesem Portrait gelingt das Einordnen.
Das bietet dieses Portrait über Wanzen
Wanzengefährdete Kulturen wie Bohnen, Paprika und Tomaten frühzeitig mit feinmaschigen Kulturschutznetzen abdecken; Netze lückenlos über gesunde Jungpflanzen legen und am Rand gut befestigen:
Nützlinge fördern: vielfältige Blühmischungen, strukturreiche Bereiche, Überwinterungsplätze und konsequenter Verzicht auf chemisch-synthetische Insektizide.
Viele Wanzen sind keine Schädlinge, sondern nützliche Mitbewohner im Garten. Räuberische Wanzen (z. B. Blumenwanzen, Orius-Arten, Macrolophus) fressen Blattläuse, Thripse, Spinnmilben, Weisse Fliegen und andere weichhäutige Insekten und werden im professionellen Bio- und Gewächshausanbau gezielt eingesetzt. Auffälligere Arten wie Streifenwanzen oder diverse Kleinwanzen saugen an Wildkräutern und Blüten und sind Nahrung für Spinnen, Laufkäfer, Vögel und Kleinsäuger.